Nach dem Mord an Peter de Vries: „Die Niederlande sind ein Narco-Staat“

Nach dem Mord an Peter de Vries: „Die Niederlande sind ein Narco-Staat“

21. Juli 2021

Nach dem Mord an Peter de Vries: „Die Niederlande sind ein Narco-Staat“

Kultur & Gesellschaft

Den Haag. Der Tod des niederländischen Investigativjournalisten Peter R. de Vries, der dieser Tage an den Folgen eines Mordanschlags starb, ist eine Alamrsignal. Er ruft schlagartig in Erinnerung, in welchem Ausmaß die westeuropäischen Gesellschaften bereits von der Organisierten Kriminalität, von Drogenkartellen und arabischen Clan-Strukturen durchwuchert sind.

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Die niederländischen Ermittler gehen derzeit davon aus, daß der Anschlag auf de Vries auf das Konto des organisierten Verbrechens ging. Kurz nach der Tat wurden zwei Männer festgenommen, ein 35jähriger Pole mit Wohnsitz im Ort Maurik im Südosten der Niederlande sowie ein 21 Jahre alter Rotterdamer. Einer von ihnen soll der Schütze sein.

De Vries war seit Beginn 2020 Vertrauensperson des Kronzeugen Nabil B. in einem großen Strafprozeß gegen den Drogenboß Ridouan Taghi, der zur Zeit in Amsterdam läuft. Der Journalist war mehrfach bedroht worden, hatte Personenschutz jedoch abgelehnt. Bereits 2019 war der Verteidiger des Kronzeugen erschossen worden, auch der Bruder des Kronzeugen wurde getötet.

Für viele war der Reporter, der jahrelang eine vielgesehene TV-Sendung hatte, ein Hoffnungsanker. Wenn er mit einem Fall beschäftigt war, ließ er erst locker, wenn er gelöst war. So sorgte er mit 44 TV-Sendungen für die Wiederaufnahme eines berüchtigten Mordfalls – und am Ende für den Freispruch von zwei unschuldigen Männern. De Vries war die treibende Kraft hinter der Jagd auf den 2018 festgenommenen mutmaßlichen Mörder des elfjährigen Buben Nicky Verstappen. Furore machte er 1987 mit seinem Bestseller über die Entführung des Bierbrauers Freddy Heineken. Für seine Reportagen gewann er 2008 einen internationalen Emmy.

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„Die Niederlande sind ein Narco-Staat, in dem Drogenkriminelle zu viel Macht erlangt haben“, kommentierte die Zeitung „de Volkskrant“ den Anschlag auf de Vries. Schon länger warnen Experten davor, daß die Unterwelt das legale Leben infiltriert. „Es ist inzwischen schon normal geworden, daß Journalisten, Politiker und Bürgermeister bedroht werden“, sagte der Chef der Polizeigewerkschaft, Jan Struijs.

Längst seien die Niederlande bei der Produktion von synthetischen Drogen und beim Handel mit Kokain eine der wichtigsten Drehscheiben Europas, sagt auch Sascha Strupp, Drogenexperte bei Europol in Den Haag. „Ein Grund ist die ausgezeichnete Logistik.“ Auch das organisierte Verbrechen profitiert vom gut ausgebauten Straßennetz und dem Rotterdamer Hafen, dem größten Europas.

Mancher stellt sich nun die Frage, ob die Niederlande dabei sind, den Krieg gegen die Drogenkriminalität zu verlieren. Der Chef der Polizeigewerkschaft ist pessimistisch. Nur zehn Prozent der Drogenkriminellen würden ergriffen, der Rest nicht. „Weil wir die Zeit, die Leute und die Mittel nicht haben.“ (mü)

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